Inclusive Livelihoods Taxonomy
Wir möchten das Humankapital aller Menschen in einer Volkswirtschaft sichtbar und nutzbar machen. Diese Seite skizziert unseren grundlegenden Ansatz zur Entwicklung einer Taxonomie, die das gesamte Spektrum wirtschaftlicher Aktivitäten abdeckt.
Das Verständnis von Humankapital
Humankapital – die kollektiven Fähigkeiten, das Wissen und die Erfahrungen von Menschen – ist ein wichtiger Treiber wirtschaftlicher Produktivität und des Einkommenspotenzials. Der Umfang des Humankapitals einer Person bestimmt oft ihre Verdienstmöglichkeiten und ist eng mit menschlicher Handlungsfähigkeit, also der Fähigkeit, unabhängige Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben zu gestalten, verknüpft. Alle Formen von Humankapital anzuerkennen und wertzuschätzen ist entscheidend, um inklusive wirtschaftliche Chancen zu schaffen.
Die Motivation für unsere Arbeit wird gut durch ein Zitat eines unserer wichtigsten Partner beschrieben, Harambee Youth Employment Accelerator:
Junge Menschen in Südafrika verfügen oft nicht über die Ressourcen, Netzwerke, Bildung und Arbeitserfahrungen, die nötig sind, um für formelle Beschäftigung in Betracht gezogen zu werden. Doch in den vergangenen 12 Jahren hat uns unsere Arbeit bei Harambee gelehrt, dass junge Menschen das Potenzial haben, in diesen Jobs zu bestehen, wenn wir ihnen eine Chance geben! Was wäre, wenn ein junger Mensch die Fähigkeiten, die er oder sie außerhalb der formellen Wirtschaft erworben hat, besser identifizieren und ausdrücken könnte? Was wäre, wenn er oder sie Fähigkeiten aus unbezahlter Arbeit sichtbar machen könnte?
Harambee Youth Employment Accelerator, Südafrika
Problem: Traditionelle Rahmenwerke übersehen Teile der Wirtschaft
Organisationen, die junge Menschen beim Zugang zu wirtschaftlichen Chancen unterstützen, verwenden häufig strukturierte Rahmenwerke, um verfügbare Möglichkeiten sowie die erforderlichen Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen zu definieren. Allerdings erfassen die meisten weit verbreiteten Taxonomien des Arbeitsmarktes die vielfältigen wirtschaftlichen Beiträge von Menschen nicht. Diese Rahmenwerke, wie etwa die System of National Accounts (SNA)– ein internationaler Standard zur Messung der nationalen Wirtschaftstätigkeit – berücksichtigt hauptsächlich formelle, marktbasierte Transaktionen.
Viele Formen von Investitionen in Humankapital und Produktivität bleiben jedoch außerhalb dieser traditionellen Grenzen, darunter Haushaltsarbeit, ehrenamtliche Arbeit und informelle Beschäftigung. Diese Aktivitäten spielen eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebensgrundlagen von Menschen, werden jedoch unterbewertet, weil sie keine direkte monetäre Vergütung erzeugen. Wir bezeichnen diese übersehenen Aktivitäten als die „unsichtbare Wirtschaft“.

Die „unsichtbare Wirtschaft“ anerkennen
Die „unsichtbaren“ Teile der Wirtschaft müssen anerkannt werden, um ein umfassendes Verständnis von Humankapital zu gewährleisten. Sichtbar wirtschaftliche Aktivitäten umfassen typischerweise bezahlte Arbeit, sei sie formal oder informell. Unsichtbar Aktivitäten hingegen umfassen unbezahlte, aber produktive Arbeit – etwa die Betreuung von Familienangehörigen oder die Erledigung von Haushaltsaufgaben –, die theoretisch gegen Bezahlung ausgelagert werden könnte. Bemerkenswert ist, dass diese Definition Freizeit ausschließt, da man niemanden dafür bezahlen kann, Freizeit an seiner Stelle zu verbringen.
Das Humankapital in den unsichtbaren Teilen der Wirtschaft anzuerkennen und zu erfassen, ist entscheidend, um die Beiträge der Menschen zur Wirtschaft genau abzubilden und eine Grundlage für Politiken zu schaffen, die alle Formen von Arbeit schützen und unterstützen und dadurch die individuelle Handlungsfähigkeit stärken.
Unser Ansatz: Die Karte erweitern
Unsere Mission ist es das Humankapital aller Menschen in einer Volkswirtschaft sichtbar und nutzbar zu machen. Dies umfasst zwei zusammenhängende Aufgaben:
Sichtbarmachen aller wirtschaftlichen Aktivitäten sowie der durch diese Aktivitäten erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen, insbesondere jener in traditionell „unsichtbaren“ Sektoren wie informeller und unbezahlter Arbeit.
Nutzbar machen der durch diese Aktivitäten erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen, indem sie in konventionelle Rahmenwerke des Arbeitsmarktes integriert werden.
Das Erste wurde seit Langem in der Sozialwissenschaft und der ökonomischen Forschung untersucht, eine Grundlage, die wir weiterhin nutzen und durch unsere eigene Forschung ausbauen. Das zweite Ziel, diese unsichtbaren Fähigkeiten nutzbar zu machen, wird erreicht, indem die bestehende Karte des Arbeitsmarktes erweitert wird: eine inklusive Referenztaxonomie zu schaffen, die Partner anpassen und weiterentwickeln können.
Mit Tabiyas Inclusive Livelihoods Taxonomywollen wir eine inklusivere Karte des Arbeitsmarktes schaffen – eine, die Aktivitäten aus der „unsichtbaren Wirtschaft“ einschließt. Eine inklusivere Karte des Arbeitsmarktes wird ein inklusiveres Matching, die Identifizierung vielfältigerer Berufs- und Kompetenzentwicklungswege sowie reichhaltigere Datenanalysen ermöglichen. Eine detailliertere Beschreibung unserer Methodik finden Sie hier und unsere Referenztaxonomie kann über unsere Offene Taxonomie-Plattform.
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